Misfit Shine im Test: Eleganter Fitnesstracker unter 100 Euro

Fitness- oder Aktivitätstracker sind kleine Geräte, die protokollieren, wieviel Ihr Euch jeden Tag bewegt. Die Daten werden anschließend in einer Smartphone App aufbereitet und visualisiert. Mit dieser Selbstvermessung (siehe auch Quantified Self in der Wikipedia) wollen Euch die Gadgets zu mehr Bewegungen und damit einem gesünderen Leben verhelfen.

Heute widmen wir uns dem Quantified Self Gadget Misfit Shine und erläutern die Vor- und Nachteile in einem kurzen Test.

Erster Eindruck

Der kleine und rund 85 Euro teure Misfit Shine hat einen Durchmesser von 27,5mm (25mm breit und 25mm lang) und ist nur dreimal so hoch wie ein zwei Euro Stück. Geliefert wird der Tracker inklusive einer Batterie, einem Armband und einem Magnetclip, mit dem der Tracker zum Beispiel an der Hostentasche befestigt werden kann.

Der erste Eindruck: Wow, der Shine sieht richtig elegant aus! Der Tracker hat ein Gehäuse, das vollständig aus Alumium gefertigt ist. Das Gerät ist wasserdicht und kann somit beispielsweise auch beim Schwimmen getragen werden.

Misfit Shine im Test

Das Armband befindet sich im Lieferumfang des Misfit Shine.

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Kompakte Abmessungen: Der Misfit Shine am Handgelenk

Funktionsumfang des Misfit Shine

Der Shine macht im Wesentlichen das, was die Konkurrenzprodukte (Jawbone Up, Nike Fuelband, Fitbit etc.) auch machen: Aufzeichnen, wieviel Schritte Ihr pro Tag zurücklegt. Der Tracker zeichnet aber nicht nur die Schritte auf, sondern kann auch die Aktivitäten Radfahren, Schwimmen, Tennis, Fussball und Basketball erfassen. Zusätzlich könnt Ihr auch Euren Schlaf protokollieren. Bis auf das Gehen müssen sämtliche andere Aktivitäten aber manuell aktiviert werden, indem leicht auf das Gerät geklopft wird. Das ist etwas umständlich, zumal Ihr vorher in der App definieren müsst, welche Aktivität Ihr auf diesem Weg aufzeichnen wollt.

An der Oberseite befinden sich LEDs, die Euch darüber informieren, wie nah Ihr Eurem persönlichen Tagesziel (zum Beispiel 20.000 Schritte) gekommen seit. Die gespeicherten Daten werden via Bluetooth auf Euer Smartphone übertragen und in einer kostenlos erhältlichen App ansprechend visualisiert.

In unserem Test hat der Shine die Aktivitäten relativ zuverlässig erfasst. Der integrierte Beschleugingssensor arbeitet nicht immer zu 100% exakt, die Daten reichen aber völlig aus, um sich einen guten Überblick über die eigene Aktivität zu verschaffen.

Ein klarer Nachteil ist die Tatsache, dass die App bislang einen eingeschränkten Funktionsumfang bietet. Die Daten werden lediglich dargestellt und es gibt darüber hinaus keine Motivationshilfen in Form von Tipps oder Anregungen („Sie sollten sich Samstags mehr bewegen“ o.ä.). Leider gibt es bislang auch noch keine Schnittstellen zu weiteren Fitnessapps oder die Möglichkeit, die eigenen Aktivitäten in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Bleibt zu hoffen, dass der Hersteller diese Funktionen mit einem Update der App noch nachreicht.

Positiv ist die lange Batterielaufzeit des Shine: Der Hersteller gibt sie mit bis zu vier Monaten an. Anschließend muss die Knopfzelle allerdings ausgetauscht werden – einen Akku besitzt das Produkt nicht.

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LEDs auf der Oberseite zeigen Euch an, wie weit Ihr von Eurem Tagesziel noch entfernt seit.

 

Misfit Shine oder Jawbone Up?

Bislang nutze ich ein Jawbone Up als Aktivitätstracker, weshalb ich nun kurz beide Produkte miteinander vergleichen werde. Obwohl der Shine einen eleganteren Eindruck als das etwas klobige Up macht und eine robustere Verarbeitung aufweist, werde ich zunächst dem Up treu bleiben. Der Grund hierfür liegt weniger in der Hardware, sondern in der Software: Die App des Up Armbands bietet Schnittstellen zu vielen anderen Fitnessapps und kann beispielsweise Daten der WLAN-Waage Withings integrieren. Außerdem zeigt sie die Daten nicht nur an, sondern liefert darüber hinaus auch Tipps, die motivieren und dazu anregen, gesünder zu leben. Diese „Intelligenz“ fehlt der Shine App bislang.

Hardware-seitig bietet das Jawbone Up einen weiteren Vorteil im Vergleich zum Shine: Es besitzt einen Vibrationsalarm und einen Schlafphasenwecker. Trägt man das Armband in der Nacht, wird nicht nur die Schlafdauer – und -qualität aufgezeichnet (das kann der Shine auch), sondern auf Wunsch wird man zum „richtigen“ Zeitpunkt (während einer Leichtschlafphase) mit dem Vibrationsalarm geweckt. Dieser lautlose Wecker erfreut nicht nur die Partnerin oder den Partner, sondern führt auch dazu, dass man sich wesentlich ausgeschlafener fühlt, weil man eben nicht mit einem lauten Weckton aus einer Tiefschlafphase „gerissen“ wird. Persönlich möchte ich diesen Schlafphasenwecker nicht mehr missen.

Auf der anderen Seite bietet der Shine wiederum den Vorteil, dass er mit den LEDs auf der Oberseite den täglichen Fortschritt („Wie weit bin ich noch von meinem Tagesziel entfernt?“) visualisiert – so einen „Statusbericht“ bietet das Up Armband nicht; hier muss das Armband zunächst an das iPhone gestöpselt werden, um die Daten zu übertragen (während der Shine die Daten elegant drahtlos via Bluetooth überträgt).

Misfit Shine im Test: Unser Fazit

Der Shine ist schick, aber leider noch etwas dumm. Die Hardware hat mich voll und ganz überzeugt. Die Oberfläche der App sieht schick aus und bereitet die Daten ansprechend auf, bietet mir bislang aber noch zu wenige Funktionen. Wer einen guten und eleganten Aktivitätstracker sucht und auf Zusatzfunktionen wie einen lautlosen Wecker mittels Vibrationsarlam verzichten kann, wird mit dem Shine zufrieden sein – zumal der Funktionsumfang der App sicherlich bald erweitert wird.

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